Greenkeeper’s Choice?

Der 5. Alm Cup 2026 wird nicht in der SchücoArena stattfinden. Stattdessen zieht das traditionsreiche Walking-Football-Turnier auf den Kunstrasenplatz der ehemaligen „Hartalm“ um — ein bodenständiger Ort, der vielleicht sogar besser zur Idee des Walking Football passt, als man zunächst denkt.
Hintergrund ist die sportliche Situation rund um die Profimannschaft des DSC Arminia Bielefeld. Da der Klassenerhalt in der 2. Bundesliga noch nicht endgültig gesichert ist und am letzten Spieltag Hertha BSC in Bielefeld gastiert, muss der Stadionrasen geschont werden. Zudem stehen mögliche Relegationsspiele gegen einen Vertreter der 3. Liga im Raum:
- Hinspiel: Freitag, 22. Mai 2026
- Rückspiel: Dienstag, 26. Mai 2026
Unter diesen Voraussetzungen wäre eine zusätzliche Belastung des Rasens in der SchücoArena kaum verantwortbar.
Und vielleicht liegt genau darin eine kleine Ironie des Fußballs.
Während oben im Stadion möglicherweise noch um Fernsehgelder, Tabellenplätze und Zweitligazugehörigkeit gekämpft wird, rollt wenige Meter weiter unten der Ball beim Walking Football. Langsamer. Ruhiger. Ohne Grätschen. Ohne Hochglanz. Aber oft mit mindestens genauso viel Herz.
Die alte Hartalm (offiziell Hannes-Scholz-Platz) bringt dabei ihren ganz eigenen Charme mit. Kein perfekter Stadionrahmen. Kein großer VIP-Bereich. Stattdessen Frischluft, Kunstrasen, Gespräche am Spielfeldrand und dieses typische Gefühl eines Fußballwochenendes, das sich eher nach Vereinsheim als nach Eventarena anfühlt.
Und ehrlich gesagt:
Das passt irgendwie.
Denn der Almcup lebt nicht vom perfekten Rasen.
Er lebt von Menschen, die Fußball nicht aufgegeben haben.
Zwischen Borussia Dortmund, Werder Bremen, Heracles Almelo, Dynamo Dresden oder TV Neuenburg entsteht auch 2026 wieder genau jener Mikrokosmos, der den Walking Football besonders macht: große Namen treffen auf kleine Vereine, ehemalige Leistungsspieler auf Gesundheitskicker, Ehrgeiz auf Gelassenheit.
Die SchücoArena bleibt diesmal außen vor.
Die Idee des Spiels nicht.
Der 5. Almcup 2026 wird kein kurzer Ausflug.
Er wird ein kompletter Walking-Football-Tag. Einer dieser Tage, an denen morgens noch Tau auf dem Kunstrasen liegt und abends die letzten Gespräche irgendwo zwischen Bierbank, Muskelziehen und Fußballweisheiten enden.
Bereits bis 9:30 Uhr treffen die Mannschaften am Hannes-Scholz-Platz ein. Danach beginnt ein Turnierablauf, der fast den Charakter eines kleinen Fußballfestivals bekommt. Um 9:45 Uhr startet offiziell die Eröffnung, ehe ab 10:15 Uhr die Vorrundenspiele angepfiffen werden.
Sechs Gruppen.
24 Teams.
Traditionsvereine, Dorfklubs, Gesundheitskicker und alte Fußballverrückte auf einem Gelände.
Und genau das macht den Reiz aus.
Bis 12:45 Uhr läuft die Vorrunde, anschließend wird in der Mittagspause gerechnet, sortiert und neu zusammengestellt. Während andere Turniere in dieser Phase hektisch werden, entstehen beim Walking Football oft genau dort die schönsten Momente: Gespräche am Spielfeldrand, erste Fachsimpeleien über Fair Play, Austausch über Trainingsideen oder Geschichten von früher.
Gegen 13:20 Uhr werden die neuen Zwischenrundenpläne ausgegeben. Ab 13:30 Uhr geht es dann in die entscheidende Phase des Turniers. Spätestens jetzt verändert sich die Atmosphäre. Die Beine werden schwerer, die Bewegungen vorsichtiger, aber gleichzeitig wächst der Ehrgeiz.
Denn auch Walking Football kennt dieses alte Fußballgefühl:
„Vielleicht geht heute ja doch noch was.“
Um 16:15 Uhr beginnen die Halbfinalspiele, ehe ab 17:00 Uhr die Finals ausgetragen werden. Die Siegerehrung ist für 17:30 Uhr angesetzt — wobei erfahrene Walking-Footballer wissen: Der eigentliche Abschluss beginnt meist erst danach.
Bemerkenswert ist außerdem der letzte Punkt im Zeitplan:
Um 18:00 Uhr folgt die Eröffnung des „16er“ eine der Hospitality Lounges der SchücoArena .
Das zeigt, dass der Alm Cup längst mehr ist als nur ein einzelnes Turnier. Rund um die Veranstaltung entstehen inzwischen weitere Spielformen, Altersklassen und Begegnungen. Walking Football wächst. Nicht laut. Nicht aggressiv. Sondern Schritt für Schritt.
Und vielleicht ist genau das das Besondere an diesem Sport.
Während der moderne Fußball immer schneller wird, erlaubt sich Walking Football etwas fast Ungewöhnliches: Zeit.
Zeit für Gespräche.
Zeit für Begegnungen.
Zeit für Menschen.
5. Alm Cup 2026 – Gruppeneinteilung Vorrunde
Gruppe 1
- LKS Lodz (PL)
- Hamburger SV
- Fortuna Eggermühlen
- SV Gadderbaum
Gruppe 2
- Heracles Almelo (NL)
- DSC Arminia 1
- SG Leeheim-Erfelden
- VfL Ummeln
Gruppe 3
- Bayer Leverkusen
- Dynamo Dresden
- TSG Worfelden
- SpVgg Steinhagen
Gruppe 4
- Borussia Dortmund
- SC Eckenhaid
- TV Neuenburg
- TSG Harsewinkel
Gruppe 5
- Werder Bremen
- DSC Arminia 2
- TuS 06 Anröchte
- SC Wiedenbrück
Gruppe 6
- Eintracht Frankfurt
- RaSpo Osnabrück
- SSV Süng
- DSC Arminia Damen
Gruppe 1
LKS Łódź
Der traditionsreiche Verein aus Polen gehört zu den ältesten Fußballklubs des Landes und ist vor allem für seine starke Nachwuchs- und Vereinskultur bekannt. Im Walking Football tritt LKS Łódź regelmäßig bei internationalen Turnieren auf und bringt häufig technisch sauberen, ruhigen Kombinationsfußball mit. Gerade im osteuropäischen Raum wächst die Walking-Football-Szene seit einigen Jahren deutlich. Beim Almcup dürfte das Team deshalb zu den interessanten internationalen Gästen zählen.
Hamburger SV
Der HSV gehört zu den bekanntesten Fußballvereinen Deutschlands und hat inzwischen auch eine aktive Walking-Football-Abteilung. Trainiert wird regelmäßig in Norderstedt, gespielt wird unter anderem im Hamburger Verbandsspielbetrieb. Der Fokus liegt laut Verein auf Gemeinschaft, Bewegung und gesundheitsorientiertem Fußball. Gleichzeitig nimmt der HSV auch an Freundschaftsspielen und internationalen Turnieren teil.
Fortuna Eggermühlen
Fortuna Eggermühlen stammt aus Niedersachsen und ist besonders im Freizeit- und Breitensportbereich engagiert. Der Verein taucht immer wieder bei Walking-Football-Turnieren in Norddeutschland auf und steht eher für bodenständigen Amateurfußball als für große Namen. Typisch für solche Teams ist die starke soziale Komponente: Gemeinschaft, dritte Halbzeit und generationenübergreifender Sport gehören fest dazu. Gerade solche Vereine tragen den Walking Football vielerorts in die Fläche.
SV Gadderbaum
Der SV Gadderbaum ist tief im Bielefelder Amateurfußball verwurzelt und engagiert sich traditionell stark im Breitensport. Im Walking Football gehört der Verein zu den aktiven regionalen Teilnehmern in Ostwestfalen. Häufig stehen Fair Play und das gemeinsame Spiel stärker im Mittelpunkt als reine Ergebnisorientierung. Damit passt das Team sehr gut zur ursprünglichen Idee des Walking Footballs.
Gruppe 2
Heracles Almelo
Heracles Almelo gehört in den Niederlanden zu den bekannteren Profiklubs mit aktiver OldStars- beziehungsweise Walking-Football-Struktur. Das Projekt entstand im Umfeld gesundheitsorientierter Bewegungsangebote für ältere Menschen und wird stark mit Gemeinschaft und Prävention verbunden. Die Niederlande gelten generell als eines der fortschrittlichsten Länder im Walking Football Europas. Teams aus Almelo treten häufig technisch sauber und sehr mannschaftsdienlich auf.
DSC Arminia Bielefeld
Arminia Bielefeld zählt zu den aktivsten Walking-Football-Standorten Deutschlands. Die „Walking Blues“ wurden 2019 gegründet und verbinden Gesundheitsförderung mit geselligem Vereinsleben. Nach dem Training gehört oft auch das gemeinsame Zusammensitzen dazu – ein wichtiger Teil der Walking-Football-Kultur. Mit gleich mehreren Teams beim Almcup zeigt Arminia, wie stark das Thema in Bielefeld inzwischen gewachsen ist.
SG Leeheim-Erfelden
Die Spielgemeinschaft aus Hessen ist im regionalen Freizeit- und Seniorenfußball aktiv und taucht regelmäßig bei Walking-Football-Veranstaltungen auf. Gerade in Hessen hat sich in den vergangenen Jahren eine lebendige Szene entwickelt. Die SG Leeheim-Erfelden steht dabei eher für ruhigen, organisierten Teamfußball ohne großes Showelement. Solche Mannschaften gelten oft als unangenehm zu bespielen, weil sie sehr kompakt auftreten.
VfL Ummeln
Der VfL Ummeln gehört zum Fußballkreis Bielefeld und engagiert sich zunehmend auch im Walking Football. Der Verein setzt stark auf Breitensport und soziale Vereinsarbeit. Gerade in Ostwestfalen entstehen derzeit viele neue Walking-Football-Strukturen, wodurch der VfL von einer aktiven regionalen Szene profitiert. Beim Almcup dürfte die Mannschaft besonders von ihrer Eingespieltheit leben.
Gruppe 3
Bayer 04 Leverkusen
Bayer Leverkusen beziehungsweise der TSV Bayer 04 engagiert sich im Bereich gesundheitsorientierter Sportangebote schon seit Jahren. Walking Football wird dort ausdrücklich als Fitness- und Gemeinschaftsangebot verstanden. Der Fokus liegt weniger auf Hochleistung als auf Bewegung, sozialem Austausch und gesundem Sport im Alter. Trotzdem bringen Teams aus Leverkusen oft eine hohe spielerische Qualität mit.
Dynamo Dresden
Dynamo Dresden besitzt eine große Traditions- und Fankultur, die inzwischen auch im Walking Football sichtbar wird. Die Mannschaft ist regelmäßig bei größeren Turnieren vertreten und verbindet ostdeutsche Fußballleidenschaft mit dem ruhigeren Charakter des Walking Footballs. Viele Spieler stammen aus klassischen Altherren- oder Freizeitfußballstrukturen. Dadurch bringt das Team häufig viel Erfahrung und Spielverständnis mit.
TSG Worfelden
Die TSG Worfelden gehört zu den engagierten Breitensportvereinen in Hessen. Im Walking Football setzt der Verein auf generationenübergreifende Bewegung und soziale Gemeinschaft. Besonders kleinere Vereine wie die TSG tragen dazu bei, dass der Sport nicht nur in Profi-Umfeldern wächst. Oft zeichnen sich diese Teams durch viel Einsatzbereitschaft und mannschaftliche Geschlossenheit aus.
SpVgg Steinhagen
Die SpVgg Steinhagen stammt aus Ostwestfalen und ist im regionalen Amateurfußball fest verankert. Walking Football wird dort vor allem als gesundheitsorientiertes Mannschaftsangebot verstanden. Durch die Nähe zu anderen aktiven Standorten wie Bielefeld oder Harsewinkel profitiert der Verein von einer starken regionalen Vernetzung. Solche Teams bringen oft viel Turniererfahrung auf Amateurbasis mit.
Gruppe 4
Borussia Dortmund
Borussia Dortmund gehört zu den größten Fußballmarken Europas und engagiert sich inzwischen ebenfalls im Walking Football. Die Schwarzgelben nutzen das Format auch als Möglichkeit, ältere Mitglieder und ehemalige Fußballer aktiv im Vereinsleben zu halten. Trotz des großen Namens steht auch hier Gemeinschaft klar im Mittelpunkt. Bei Turnieren sorgt der BVB allerdings fast automatisch für Aufmerksamkeit.
SC Eckenhaid
Der SC Eckenhaid ist ein klassischer fränkischer Amateurverein mit starkem Fokus auf Breitensport. Walking Football wird dort als gesundes und gemeinschaftliches Angebot verstanden. Solche Vereine bilden häufig das Rückgrat der deutschen Walking-Football-Szene, weil sie niedrigschwellige Angebote schaffen. Gerade bei Turnieren treten sie oft sehr diszipliniert und fair auf.
TV Neuenburg
Der TV Neuenburg zählt inzwischen zu den bekanntesten Walking-Football-Standorten Norddeutschlands. Die „Urwaldfriesen“ stehen für Gemeinschaft, Humor und eine klare Haltung zum klassischen Walking Football. Neben dem sportlichen Teil prägen besonders Fair Play, Kabinenkultur und die berühmte „Dritte Halbzeit“ das Bild des Teams. Bundesweit ist der Verein auch durch Podcasts und Netzwerkarbeit bekannt geworden.
TSG Harsewinkel
Die TSG Harsewinkel ist ein aktiver Breitensportverein aus Ostwestfalen. Im Walking Football gehört die Mannschaft zu den regelmäßig auftauchenden Teams auf regionalen Turnieren. Der Verein steht für bodenständigen Amateurfußball und ein starkes Vereinsleben. Gerade gegen technisch starke Gegner versuchen solche Teams häufig über Ordnung und Teamgeist zu kommen.
Gruppe 5
Werder Bremen
Werder Bremen engagiert sich seit Jahren in sozialen und gesundheitsorientierten Fußballprojekten. Walking Football passt dabei hervorragend zur Vereinsphilosophie rund um Bewegung und Gemeinschaft. Teams mit Werder-Bezug bringen oft viel Fußballerfahrung und gute Spielübersicht mit. Gleichzeitig lebt das Format dort stark vom Miteinander und weniger vom Leistungsdruck.
DSC Arminia Bielefeld
Mit einer zweiten Mannschaft zeigt Arminia Bielefeld die enorme Breite seines Walking-Football-Bereichs. Die „Walking Blues“ gehören zu den Vorreitern in Ostwestfalen und verbinden gesundheitsorientierten Fußball mit aktivem Vereinsleben. Dass gleich zwei Teams antreten, spricht für eine große und stabile Gruppe. Gerade bei Turnieren fällt oft die gute Organisation der Arminen auf.
TuS 06 Anröchte
Der TuS 06 Anröchte ist im westfälischen Amateurfußball seit vielen Jahren etabliert. Walking Football ergänzt dort das klassische Vereinsangebot sinnvoll im Bereich Gesundheitssport und ältere Zielgruppen. Wie bei vielen kleineren Vereinen steht die soziale Komponente klar im Vordergrund. Gerade diese Teams sorgen häufig für eine angenehme Turnieratmosphäre.
SC Wiedenbrück
Der SC Wiedenbrück ist vor allem durch seine Fußballabteilung bekannt und inzwischen auch im Walking Football sichtbar. Der Verein verbindet leistungsorientierte Fußballtradition mit modernen Breitensportangeboten. Dadurch entsteht oft eine interessante Mischung aus Spielstärke und ruhigem Auftritt. Beim Almcup dürfte Wiedenbrück zu den unangenehmen Gegnern gehören.
Gruppe 6
Eintracht Frankfurt
Eintracht Frankfurt gehört zu den größten Traditionsvereinen Deutschlands und engagiert sich inzwischen ebenfalls im Walking Football. Gerade im Rhein-Main-Gebiet wächst die Szene stark, wodurch regelmäßige Turniere und Begegnungen möglich werden. Die Eintracht verbindet dabei Vereinsidentität mit gesundheitsorientiertem Breitensport. Teams aus Frankfurt gelten oft als spielstark und gut organisiert.
RaSpo Osnabrück
RaSpo Osnabrück ist ein traditionsreicher Breitensportverein mit starkem Gemeinschaftscharakter. Im Walking Football steht besonders das soziale Miteinander im Vordergrund. Der Verein bringt häufig erfahrene Freizeit- und Altherrenspieler zusammen. Dadurch entsteht meist ein ruhiger, taktischer Spielstil.
SSV Süng
Der SSV Süng stammt aus dem Bergischen Land und ist tief im lokalen Amateurfußball verwurzelt. Walking Football erweitert dort das Sportangebot für ältere und gesundheitsorientierte Mitglieder. Solche Vereine zeigen, wie breit sich die Sportart inzwischen in Deutschland entwickelt hat. Beim Turnier dürften Einsatzfreude und Teamzusammenhalt die größten Stärken sein.
DSC Arminia Damen
Die Damenmannschaft von Arminia Bielefeld unterstreicht den inklusiven Charakter des Walking Footballs. Frauen-Walking-Football wächst deutschlandweit zunehmend und bringt eine eigene Dynamik in die Turniere. Die Mannschaft profitiert von der starken Arminia-Struktur und regelmäßigen Trainingsbedingungen. Gleichzeitig zeigt ihre Teilnahme, dass Walking Football längst kein reines Männerformat mehr ist.
