Was hat ein Mann, der 30 Tage auf einem Laufband läuft, mit Walking Football zu tun?

Diese Frage stand am Anfang des Gesprächs mit Coach und Mentaltrainer Matthias Schwemm im GEHZETTE Podcast #18. Die Antwort darauf ist überraschend einfach:
Mehr, als man denkt.
Denn eigentlich ging es in diesem Podcast gar nicht um Weltrekorde. Es ging um Menschen.
Um die Frage, warum Menschen Dinge tun, die andere für verrückt halten. Warum manche jeden Tag trainieren, während andere den ersten Schritt kaum schaffen. Und warum Gemeinschaft manchmal wichtiger ist als Motivation.
Matthias Schwemm formulierte einen Satz, der nachhallt:
„Wer etwas wirklich will, braucht keine Motivation.“
Vielleicht liegt genau hier der Schlüssel für das Verständnis von Walking Football.
Denn die meisten Menschen kommen nicht auf den Platz, weil sie Weltmeister werden wollen. Sie kommen auch nicht, weil sie unbedingt Tore schießen möchten.
Sie kommen, weil sie dazugehören möchten.
Sie kommen, weil sie wieder Teil einer Mannschaft sein wollen.
Sie kommen, weil jemand gesagt hat:
„Komm einfach vorbei.“
Im Gespräch wurde deutlich, dass Walking Football oft missverstanden wird. Außenstehende sehen ältere Menschen, die langsam Fußball spielen. Die Beteiligten erleben etwas völlig anderes:
Freundschaft.
Anerkennung.
Bewegung.
Lebensfreude.
Und manchmal auch ein kleines Stück Heimat.
Wer einmal nach einem Training noch eine Stunde auf der Bank gesessen, zusammen gegrillt oder bei einer Auswärtsfahrt neue Freunde gefunden hat, versteht schnell:
Der Ball ist nur der Anlass.
Das eigentliche Spiel findet zwischen den Menschen statt.
Vielleicht erklärt das auch, warum viele Walking-Football-Gruppen erfolgreicher wachsen als klassische Vereinsangebote. Nicht die Tabellen ziehen Menschen an. Nicht die Pokale. Nicht die Leistungsnachweise.
Sondern die Aussicht auf einen guten Nachmittag.
Auf ein ehrliches Gespräch.
Auf gemeinsames Lachen.
Und auf die Gewissheit, dass niemand bewertet wird.
Gerade deshalb war die wichtigste Erkenntnis des Podcasts vielleicht gar keine sportliche:
Menschen kommen nicht wegen des Sports. Menschen kommen wegen der Erfahrung.
Für Walking Football Classic bedeutet das eine enorme Chance.
Wir müssen nicht erklären, wie die Rückpassregel funktioniert.
Wir müssen nicht beweisen, wie anspruchsvoll unsere Spielformen sind.
Wir müssen zeigen, was Menschen erleben können.
Gemeinschaft.
Respekt.
Freude.
Und das gute Gefühl, wieder Teil von etwas zu sein.
Denn am Ende fragt niemand danach, wie viele Tore jemand geschossen hat.
Die Menschen erinnern sich daran, wie sie sich gefühlt haben.
Und vielleicht ist genau das der größte Weltrekord, den Walking Football jemals aufstellen kann:
Dass Menschen wieder ins Spiel kommen.
Egal, wie schlecht sie spielen.
DER KURZE PASS #20
„Es ist egal, wie schlecht du spielst. Hauptsache, du bleibst im Spiel.“
