WEEKENDER #17 // Der Ball gehört allen

Ein Spiel. Eine Welt. Alle dabei.

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko zeigt einmal mehr, was Fußball leisten kann. Millionen Menschen schauen zu, fiebern mit und erleben für ein paar Wochen etwas, das in unserer immer stärker fragmentierten Welt selten geworden ist: ein gemeinsames Erlebnis.

Doch während die großen Nationen um den WM-Pokal kämpfen, stellt sich eine andere Frage:

Wer darf eigentlich Fußball-Weltmeister werden?

Nur die Schnellsten?
Nur die Jüngsten?
Nur die Leistungsfähigsten?

Oder vielleicht alle?

Während in Nordamerika die Stars der Nationalmannschaften die Schlagzeilen bestimmen, wächst weltweit eine Bewegung, die den Fußball wieder näher zu den Menschen bringt. Walking Football, Walking Futsal, Unified Teams, Special Olympics, Inklusionsmannschaften, Teams für Menschen mit Behinderungen, chronischen Erkrankungen oder nach schweren Schicksalsschlägen.

Sie alle verbindet eine einfache Idee:

Fußball ist kein Privileg. Fußball ist ein Menschenrecht.

Natürlich wird es auch in Zukunft Weltmeisterschaften der Besten geben. Das soll so bleiben. Leistung verdient Anerkennung.

Aber vielleicht ist die Zeit gekommen, über eine weitere Form der Weltmeisterschaft nachzudenken.

Eine Weltmeisterschaft der Möglichkeiten.

Eine Weltmeisterschaft, bei der nicht gefragt wird, was jemand nicht kann, sondern was gemeinsam möglich wird.

Stellen wir uns vor:

Teams aus Deutschland, England, den Niederlanden, Brasilien, Japan oder Südafrika reisen nicht an, um den Schnellsten zu ermitteln.

Sondern um zu zeigen, wie unterschiedlich Menschen Fußball erleben können.

Walking Footballerinnen neben ehemaligen Profis.

Menschen mit körperlichen Einschränkungen neben Menschen ohne Behinderung.

Seniorinnen neben Senioren.

Frauen und Männer gemeinsam.

Nicht als Wohltätigkeitsprojekt.

Nicht als Rahmenprogramm.

Sondern als eigenständiges internationales Turnier.

Mit Hymnen.
Mit Fahnen.
Mit Stolz.

Und vor allem mit Respekt.

Vielleicht würde dort sogar etwas sichtbar, was im modernen Spitzenfußball manchmal verloren geht:

Die Freude am Spiel.

Die Freude an der Begegnung.

Die Freude daran, Teil einer Mannschaft zu sein.

Die FIFA vergibt Weltmeistertitel.

Die UEFA veranstaltet inzwischen erste internationale Walking-Football-Wettbewerbe.

Die Special Olympics zeigen seit Jahrzehnten, wie Sport Menschen verbinden kann.

Vielleicht fehlt nur noch jemand, der den nächsten Schritt wagt.

Denn am Ende ist die wichtigste Frage einer Weltmeisterschaft nicht, wer den Pokal gewinnt.

Sondern wer dazugehören darf.

Und wenn Fußball wirklich das Spiel der Welt sein will, dann sollte die Antwort ganz einfach sein:

Alle.

Der flache Pass

Vielleicht wird die erste Weltmeisterschaft der Inklusion nicht in einem riesigen Stadion stattfinden.

Vielleicht beginnt sie auf einem kleinen Kunstrasenplatz irgendwo zwischen Leipzig, Almelo, Chesterfield oder Genk.

Mit Menschen, die sich vorher nie begegnet sind.

Und die nach dem Schlusspfiff feststellen:

Die größte Trophäe im Fußball ist manchmal nicht der Pokal – sondern die Gemeinschaft.

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