GESUNDHEITSSPORT #14 // Get trained – saves life

Wenn ein Herz stehen bleibt – und Fußball plötzlich mehr ist als ein Spiel

Es gibt Momente, in denen selbst ein volles Stadion still wird.
Keine Gesänge. Kein Jubel. Kein Taktikgerede. Nur Sekunden, die sich wie Minuten anfühlen.

Der Zusammenbruch von Christian Eriksen während der Europameisterschaft hat den europäischen Fußball verändert. Nicht sportlich. Menschlich.

Seitdem beschäftigt sich die UEFA gemeinsam mit dem European Resuscitation Council intensiv mit einer Frage:

Was passiert eigentlich, wenn auf dem Platz plötzlich nicht mehr das Ergebnis zählt – sondern Sekunden?  

Herausgekommen ist die Initiative
„Get Trained, Save Lives“.

Eine Kampagne, die Fußballfans, Vereine, Ehrenamtliche, Trainerinnen und Trainer für Wiederbelebung sensibilisieren soll. CPR. Herzdruckmassage. AED. Erste Hilfe. Keine Hochglanzbegriffe. Sondern Dinge, die Leben retten können.  

Und plötzlich merkt man:
Gesundheitssport endet nicht beim langsamen Pass oder bei gelenkschonender Bewegung.

Gesundheitssport bedeutet auch Verantwortung.

Gerade im Walking Football.

Denn viele Spielerinnen und Spieler kommen aus Lebensphasen, in denen der Körper nicht mehr alles selbstverständlich mitmacht. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes, frühere Verletzungen oder schlicht das Älterwerden gehören zur Realität vieler Teams. Genau deshalb ist Walking Football Classic mehr als „ein bisschen kicken ohne Rennen“.

Es ist ein Bewegungsraum mit Haltung.

Und vielleicht gehört künftig zu jedem vernünftigen Walking-Football-Tag nicht nur:

  • ein Ball,
  • ein Fair-Play-Gedanke,
  • und Kaffee nach dem Spiel,

sondern auch:

  • ein funktionierender AED,
  • Menschen mit Erste-Hilfe-Kenntnissen,
  • und Vereine, die wissen, was im Notfall zu tun ist.

Die UEFA-Kampagne zeigt dabei etwas Bemerkenswertes:
Fußball kann Reichweite nutzen, um Leben zu schützen. Über 176.000 Menschen wurden bereits im Rahmen der Initiative geschult oder erreicht.  

Das ist vielleicht die wichtigste Tabelle im Fußball überhaupt.

Nicht Tore.
Nicht Punkte.
Nicht Meisterschaften.

Sondern:
Menschen, die im Ernstfall helfen können.

Und vielleicht ist genau das die eigentliche Zukunft des Gesundheitssports:

Nicht nur Bewegung organisieren.
Sondern Fürsorge.

Denn manchmal beginnt Fair Play nicht mit einem Anstoß.
Sondern mit zwei Händen auf einem Brustkorb.

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