Der Turnierfavorit kam diesmal nicht aus Ostwestfalen.

Er kam aus Polen. Genauer gesagt mit ŁKS Łódź Walking Football.
Schon bei der Anreise wurde klar: Diese Mannschaft fährt nicht mal eben „zum Mitspielen“ nach Bielefeld. Von Łódź bis zum Alm Cup 2026 lagen je nach Route rund 850 bis 900 Kilometer auf der Straße zwischen Polen und Ostwestfalen. Eine Reise quer durch Mitteleuropa — nur für Walking Football. Allein das erzählt bereits viel über die Haltung dieses Teams.
Und auf dem Platz bestätigte ŁKS Łódź schnell den Eindruck, den viele bereits vor dem Turnier hatten: enorme Ruhe am Ball, klare Passwege, disziplinierte Raumaufteilung und eine bemerkenswerte Spielkontrolle. Kein hektisches Anrennen. Kein wildes Durcheinander. Stattdessen wirkte vieles einstudiert — fast schon wie ein Schachspiel im Schritttempo.
Gerade in den frühen Partien des Alm Cup zeigte sich die Mannschaft ausgesprochen souverän. Die Polen ließen den Ball laufen, hielten das Tempo niedrig und zwangen ihre Gegner immer wieder dazu, hinterherzudenken statt hinterherzulaufen. Genau darin lag ihre Stärke. Während andere Teams emotional oder körperlich wurden, blieb ŁKS Łódź auffallend ruhig und strukturiert.
Beeindruckend war außerdem die mannschaftliche Geschlossenheit. Jubel, Körpersprache, gegenseitiges Coachen — alles wirkte wie aus einem Guss. Selbst nach Treffern blieb die Mannschaft kontrolliert und konzentriert. Keine große Show. Eher die Aura eines Teams, das genau weiß, warum es nach Bielefeld gekommen ist.
Der Alm Cup 2026 bekam dadurch früh seinen sportlichen Maßstab gesetzt.
Und viele Zuschauer dürften sich gedacht haben:
So kann Walking Football aussehen, wenn Erfahrung, Spielintelligenz und Haltung zusammenkommen.
