Es gibt diesen einen Moment.
Kurz bevor ein Walking-Football-X-Futsal-Training beginnt.

Der Ball liegt schon auf dem Mittelkreis.
Noch bewegt sich nichts. Kein Pfiff. Kein Jubel. Kein Ergebnis.
Nur ein Ball.
Und dann kommen sie.
Von allen Seiten.
Der ehemalige Stürmer mit dem künstlichen Knie.
Die Frau, die sich nach ihrer Krebsbehandlung zum ersten Mal wieder etwas zutraut.
Der Rentner, dessen Kinder längst weggezogen sind.
Der frühere Kreisligaspieler, der immer noch behauptet, er hätte „damals locker Regionalliga spielen können“, obwohl ihn heute schon das Aufwärmen aus der Puste bringt.
Der junge Typ mit Depressionen, der eigentlich gar nicht reden wollte.
Die Berlinerin.
Der Niedersachse.
Der Pfälzer.
Der Leipziger.
Der Mann mit Bauch.
Die Frau mit Tattoos.
Der ehemalige Schiedsrichter.
Und der Typ, der jedes Mal ruft:
„ICH BIN NICHT GELAUFEN!“
…obwohl wirklich alle gesehen haben, dass er gelaufen ist.
Und irgendwie treffen sie sich alle dort.
Im Kreis.
S.O.W. // STRAIGHT OUTTA WALKING.
Viele denken zuerst, das sei nur ein cooler Name.
Ein bisschen Graffiti. Ein bisschen Straße. Ein bisschen Fußball-Romantik.
Aber eigentlich ist S.O.W. etwas ganz anderes.
Es ist ein Zielkreis.
Ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen, weil ein Ball manchmal Dinge schafft, die Worte nicht schaffen.
Denn der Ball fragt nicht:
Wie alt bist du?
Wo kommst du her?
Was hast du verdient?
Wen hast du gewählt?
Wie schnell kannst du noch laufen?
Oder ob du früher mal gut warst.
Der Ball will nur gespielt werden.
Und plötzlich passiert etwas Merkwürdiges.
Der 72-Jährige lacht mit dem 34-Jährigen.
Die Frau aus Schleswig diskutiert mit dem Typen aus dem Ruhrgebiet über Fair Play.
Einer bringt Kuchen mit.
Einer vergisst seine Schuhe.
Einer erzählt zum zwanzigsten Mal dieselbe Geschichte von seinem Meniskus.
Und irgendwo ruft wieder jemand:
„Schiri, der ist doch gerannt!“
Obwohl es gar keinen Schiedsrichter gibt.
Nur Spielbegleiter.
Und Menschen.
Manchmal sieht das alles ein bisschen chaotisch aus.
Nicht geschniegelt. Nicht geschniegelt-professionell.
Eher wie ein Haufen verlorener Fußballromantiker mit zu viel Kaffee, alten Verletzungen und erstaunlich viel Herz.
Aber genau darin liegt vielleicht die Wahrheit von S.O.W.
Nicht Hochglanz.
Nicht perfekte Körper.
Nicht maximale Leistung.
Sondern Kontakt.
Menschlicher Kontakt.
Über einen Ball.
Vielleicht ist Walking Football deshalb für viele mehr als Sport.
Vielleicht kommen die Leute gar nicht nur wegen des Spiels.
Sondern wegen dieses Gefühls, wieder irgendwo dazuzugehören.
Und wenn das Training vorbei ist, bleibt der Ball oft noch einen Moment liegen.
Mitten im Kreis.
Still.
Als würde er wissen,
dass morgen wieder Menschen aus allen Richtungen kommen werden,
um über ihn miteinander Verbindung aufzunehmen.
Rolf Jōne Allerdissen gehört zu den auffälligsten Stimmen der deutschsprachigen Walking-Football-Szene. Nicht, weil er am lautesten ruft. Sondern weil er konsequent eine Idee verfolgt: Fußball muss nicht schneller werden, um Menschen zu bewegen.

Als Gründer, Herausgeber und kreativer Kopf hinter GEHZETTE hat sich der Leipziger in den vergangenen Jahren eine ganz eigene Rolle aufgebaut – irgendwo zwischen Journalist, Netzwerker, Übungsleiter, Konzeptentwickler und Kulturbeobachter des Walking Football. Während viele über Tabellen, Turniere und Titel sprechen, interessiert ihn vor allem die Frage: Was macht diese Sportform eigentlich mit Menschen?
Dabei begann sein Weg keineswegs im klassischen Vereinsfunktionärs-Stil. Allerdissen war über Jahre in völlig anderen Bereichen unterwegs, arbeitete kreativ, organisierte Projekte, entwickelte Ideen und bewegte sich zeitweise sogar im Umfeld offizieller Weltrekorde. Doch spätestens mit der bewussten Neuausrichtung hin zum Gesundheitssport verschob sich sein Fokus radikal. Statt Wettbewerb um jeden Preis rückten Teilhabe, Fair Play und Bewegungskultur in den Mittelpunkt.
Heute steht sein Name eng mit der Idee des „Walking Football Classic“ verbunden. Für Allerdissen ist Walking Football eben nicht einfach nur langsamer Fußball für ältere Menschen. Er beschreibt ihn als anpassbares Bewegungs- und Teilhabespiel. Ein Sport, der Generationen verbinden, Isolation verhindern und Gesundheit fördern kann — wenn man ihn nicht durch übertriebene Leistungslogik wieder in alten Fußballmustern erstickt.
Diese Haltung zieht sich durch nahezu alle Projekte, die er begleitet. Gemeinsam mit Steffan Wemcken entwickelte er das Buch „IM SPIEL BLEIBEN – Spielbegleiter für Walking Football Classic“, das bewusst kein trockenes Regelwerk sein soll, sondern ein kultureller Kompass für die Szene. Fair Play, Haltung und Gemeinschaft stehen darin über Ergebnissen.
Auch organisatorisch denkt Allerdissen größer als viele andere in der Szene. Internationale Netzwerke zwischen Deutschland, den Niederlanden, Dänemark oder Polen, Fair-Play-Charta-Ideen, Begegnungsformate wie der geplante „Johann Wewer Beker“ in Leipzig oder die Vision eines internationalen Walking Football Fair Play Committee zeigen, dass er Walking Football nicht nur als Sport, sondern als soziale Bewegung versteht.
In Leipzig baute er parallel konkrete Strukturen auf. Bei SG Olympia 1896 Leipzig entwickelte er Walking Football als Gesundheitssport-Angebot mit DFB-zertifizierter Coaching-Methode. Gleichzeitig engagiert er sich über die Johann Wewer Gesellschaft e.V. für Inklusion, Erinnerungskultur und soziale Projekte. Dass diese Bereiche für ihn zusammengehören, überrascht nicht. Für Allerdissen scheint Fußball immer dann interessant zu werden, wenn er gesellschaftliche Wirkung entfalten kann.
Dabei polarisiert er durchaus. Seine kritische Haltung gegenüber rein wettbewerbsorientierten Entwicklungen im Walking Football formuliert er offen. Besonders wenn Fair Play, Gesundheitsgedanke oder Inklusion hinter Pokaljagd verschwinden, wird seine Kritik deutlich. Trotzdem bleibt er Brückenbauer. Gespräche mit Vereinen, Verbänden, Sozialträgern oder internationalen Teams gehören längst zu seinem Alltag.
Mit GEHZETTE schuf Allerdissen zudem eine Plattform, die im deutschsprachigen Walking Football inzwischen einen hohen Wiedererkennungswert besitzt. Retro-Optik, urbane Bildsprache, Podcasts, Reportagen und künftig auch die Vlog-Serie „S.O.W. – STRAIGHT OUTTA WALKING“ zeigen seinen Versuch, dem Walking Football eine modernere, emotionalere und kulturell stärkere Außendarstellung zu geben.
Denn genau darum geht es ihm am Ende vermutlich am meisten: Menschen sichtbar zu machen.
Nicht nur die Gewinner.
Nicht nur die Lauten.
Sondern die Geschichten hinter dem Spiel.
Rolf Jōne Allerdissen
DFB Basis Coach // DFB Walking Football Zertifikat // LSB Sachsen sportartübergreifender Übungsleiter // Referent Walking Football SFV – Sächsischer Fußball-Verband
Kontakt
Telefon ++49 (0) 3 41 // 68 69 06 49 – rolf@allerdissen.net
Huib Rouwenhorst gilt innerhalb der internationalen Walking-Football-Szene als eine der prägenden Stimmen für Fair Play, Haltung und die ursprüngliche Idee des Spiels. Besonders bekannt wurde er durch sein Engagement bei den Goldstars Heracles Almelo in den Niederlanden — einer Mannschaft, die in vielen Gesprächen rund um Walking Football Classic immer wieder als positives Beispiel genannt wird.

Was Huib von vielen anderen unterscheidet:
Er betrachtet Walking Football nicht zuerst als Wettbewerb, sondern als soziale und gesundheitliche Bewegung. Für ihn steht der Mensch immer vor dem Ergebnis.
Diese Haltung fasst er häufig in seinem sogenannten „Huib-Prinzip“ zusammen:
- Mensch
- Haltung
- Gesundheit
- Spaß
- Leistung
Wichtig dabei:
Huib versteht diese Punkte nicht als Gegensätze, sondern als Balance. Leistung darf existieren — aber niemals auf Kosten von Fair Play, Gesundheit oder Gemeinschaft.
Gerade deshalb wird er von vielen als eine Art kultureller Brückenbauer wahrgenommen. Während sich Teile der Szene immer stärker professionalisieren oder in klassische Wettbewerbslogiken abrutschen, versucht Huib die ursprüngliche DNA des Walking Football zu bewahren:
- kontrolliertes Spiel
- gegenseitiger Respekt
- soziale Begegnung
- generationenübergreifende Teilhabe
- und Freude am gemeinsamen Fußball
Auch international ist er stark vernetzt. Kontakte nach Deutschland, Dänemark und in andere Teile Europas gehören längst zu seinem Alltag. Besonders die Verbindungen nach Leipzig, Neuenburg oder Bocholt entstanden aus genau diesem gemeinsamen Fair-Play-Gedanken heraus.
Im Umfeld der geplanten internationalen Walking-Football-Fair-Play-Initiativen taucht sein Name deshalb immer wieder auf. Nicht als Funktionär im klassischen Sinn — sondern eher als glaubwürdige Identifikationsfigur für eine alternative Entwicklung des Sports.
Viele schätzen an Huib außerdem seine ruhige Art. Keine große Selbstdarstellung, kein künstliches Szene-Marketing. Stattdessen Gespräche auf Augenhöhe, ehrliche Reflexionen über die Entwicklung des Spiels und ein sehr feines Gespür dafür, wann Walking Football beginnt, seine eigentliche Idee zu verlieren.
Gerade deshalb passt die Verbindung zwischen Huib Rouwenhorst, den Goldstars Heracles Almelo und Projekten wie GEHZETTE oder „Walking Football Classic“ so gut zusammen. Dort geht es eben nicht nur um Fußball.
Sondern darum, wie Fußball Menschen behandeln sollte. ⚽
