
In der dritten Folge des GEHZETTE Podcasts „Dein flacher Pass ins Ohr“, aufgenommen am 18. März 2026 und veröffentlicht am 24. März 2026, sprechen Steffan Wemcken und Rolf Jone Allerdissen über ein Thema, das weit über Training, Turniere und Spielregeln hinausgeht:
Wie kann Walking Football in Deutschland nachhaltiger, verlässlicher und gemeinschaftlicher organisiert werden?
Im Zentrum der Folge steht die Idee, einen Förderverein für Walking Football ins Leben zu rufen.
Eine Struktur für die Sache – nicht für Eitelkeiten
Ausgangspunkt des Gesprächs ist Steffan Wemckens Überlegung, parallel zu den bestehenden Verbandsstrukturen eine unabhängige Organisation zu schaffen, die Vereine, Initiativen und Engagierte unterstützt. Dabei geht es ausdrücklich nicht um Konkurrenz zu DFB oder Landesverbänden, sondern um eine ergänzende, praxisnahe Struktur, die dort hilft, wo an der Basis konkrete Bedarfe entstehen.
Diskutiert werden dabei unter anderem:
- ein deutschlandweites Register aller Walking-Football-Teams
- bessere Vernetzung für Freundschaftsspiele, Turniere und Neugründungen
- Unterstützung bei Schiedsrichter- und Trainerausbildung
- Möglichkeiten zur Delegation von Aufgaben
- und die Frage, wie ehrenamtliches Know-how gebündelt werden kann
Rolf Jone Allerdissen schildert dabei auch die Grenzen bisheriger Einzelinitiativen: Datenbanken, Karten und Vereinsverzeichnisse seien wertvoll, aber in der Pflege extrem aufwendig. Genau hier könnte ein Förderverein künftig helfen – mit Zuständigkeiten, Mitwirkenden und gemeinsamer Verantwortung.
Hilfe für neue Teams – auch über die eigene Region hinaus
Ein weiterer Schwerpunkt der Folge ist die praktische Unterstützung neuer Walking-Football-Gruppen. Steffan Wemcken beschreibt, wie sein Team in der Region immer wieder beim Aufbau neuer Angebote hilft – mit ersten Trainingseinheiten, Erfahrung und direkter Begleitung.
Doch was passiert, wenn Anfragen aus anderen Teilen Deutschlands kommen?
Auch dafür sehen beide in einem Förderverein großes Potenzial: Wissen organisieren, Kontakte herstellen, Unterstützung vermitteln.
Große Bühne: Walking Football vor 1.500 Menschen
Besonders spannend ist die Anfrage einer Berufsgenossenschaft, die Steffan Wemcken erreicht hat. Im Rahmen eines großen Kongresses mit rund 1.500 Mitarbeitenden soll Walking Football vorgestellt werden – inklusive Expertengespräch, Turnierbegleitung und filmischer Dokumentation.
Für beide ist klar: Solche Anfragen zeigen, welches Potenzial in der Sportart steckt. Gleichzeitig machen sie deutlich, wie sinnvoll eine belastbare Struktur wäre, die solche Chancen nicht dem Zufall überlässt.
Medizinische Notfälle: Ein Thema, das auf den Tisch muss
Der zweite große Themenblock der Folge ist ernst, wichtig und hochrelevant:
Notfälle im Walking Football.
Ausgehend von einem realen medizinischen Zwischenfall bei einem Training sprechen Steffan und Rolf darüber, wie Vereine besser vorbereitet sein können. Die Botschaft ist eindeutig:
Erste Hilfe, Defibrillatoren, Schulung und offene Kommunikation sind kein Nebenthema – sie gehören zur Verantwortung jedes Vereins.
Besprochen werden unter anderem:
- die Bedeutung von Erste-Hilfe-Kursen
- der Nutzen eines Defibrillators am Sportplatz
- die Angst vieler Menschen vor dem Einsatz solcher Geräte
- die Einrichtung von Notfallmappen mit medizinischen Informationen
- und die Notwendigkeit, gesundheitliche Risiken nicht zu verschweigen
Beide plädieren dafür, das Thema aktiv anzugehen – nicht aus Angst, sondern aus Verantwortung und Fürsorge.
Walking Football als Kultur des Miteinanders
Wie schon in den ersten Folgen wird auch diesmal deutlich: Walking Football ist mehr als ein Spiel. Es geht um Bewegung, Gemeinschaft, Selbstironie, Gesundheit und darum, Menschen glücklich vom Platz gehen zu sehen – unabhängig vom Ergebnis.
Gerade deshalb passt die Diskussion um einen Förderverein so gut in diese Folge:
Es geht nicht um Selbstdarstellung, sondern um den Wunsch, eine Kultur des fairen, gesunden und gemeinschaftlichen Fußballs tragfähig zu machen.
Ausblick: Almelo, Niederlande und neue Perspektiven
Zum Schluss werfen die beiden noch einen Blick voraus auf die anstehende Reise in die Niederlande. Dort wollen sie erleben, wie Walking Football in einer anderen Kultur gelebt wird – mit Blick auf Fair Play, Gesundheitsorientierung und Turnierorganisation.
Klar ist schon jetzt: Auch die nächsten Folgen werden reich an Themen sein.
Aufruf an die Community
Die vielleicht wichtigste Botschaft dieser Podcastfolge richtet sich direkt an die Community:
Wer sich vorstellen kann, an einem Förderverein für Walking Football mitzuwirken, Ideen einzubringen oder eine solche Struktur zu unterstützen, ist eingeladen, sich zu melden.
Denn die Zukunft des Walking Football entsteht nicht irgendwo abstrakt –
sie entsteht dort, wo Menschen anfangen, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen.
