Wie aus „Im Spiel bleiben“ ein niederländisches Buch wurde

Es gibt Bücher, die entstehen am Schreibtisch. Und es gibt Bücher, die entstehen auf dem Platz.
„Im Spiel bleiben – Walking Football Classic“ gehört eindeutig zur zweiten Kategorie.
Als die ersten Ideen zu diesem Buch entstanden, war nie geplant, ein Werk für den internationalen Markt zu schreiben. Es sollte ursprünglich eine Bestandsaufnahme sein. Eine Sammlung von Geschichten, Erfahrungen, Begegnungen und Erkenntnissen aus einer Sportart, die viele Menschen noch immer unterschätzen.
Doch Walking Football hat eine besondere Eigenschaft: Es kennt keine Grenzen.
Wer einmal mit Spielerinnen und Spielern aus England, den Niederlanden, Wales, Belgien, Deutschland oder Skandinavien gesprochen hat, merkt schnell, dass überall dieselben Fragen gestellt werden:
- Wie gründen wir eine Gruppe?
- Wie gewinnen wir neue Mitspieler?
- Wie organisieren wir Training?
- Wie schaffen wir Gemeinschaft?
- Und wie sorgen wir dafür, dass Menschen möglichst lange aktiv bleiben?
Genau aus diesen Fragen entstand schließlich ein Buch.
Mehr als ein Regelwerk
Von Anfang an war klar, dass „Im Spiel bleiben“ kein klassisches Fußballbuch werden sollte.
Es geht nicht um Systeme, Tabellen oder Trophäen.
Im Mittelpunkt stehen Menschen.
Menschen, die nach einer Verletzung zurückkehren.
Menschen, die nach dem Berufsleben eine neue Aufgabe suchen.
Menschen, die ihre Gesundheit verbessern wollen.
Menschen, die feststellen, dass Bewegung und Gemeinschaft oft die beste Medizin sind.
Das Buch erzählt deshalb nicht nur von Walking Football. Es erzählt von Lebenswegen.
Von Aufbrüchen.
Von zweiten Chancen.
Und von der Erkenntnis, dass sportliche Aktivität nicht mit dem Schlusspfiff der aktiven Karriere endet.
Die überraschende Resonanz
Schon während der Arbeit am Manuskript wurde deutlich, dass das Interesse weit über Deutschland hinausreicht.
Über soziale Netzwerke entstanden Kontakte zu Vereinen und Initiativen in den Niederlanden.
Dort ist Walking Football – oder „Wandelvoetbal“ – längst fester Bestandteil vieler Vereine. Die niederländische Fußballkultur hat die Idee früh aufgenommen. Bereits seit Jahren unterstützen Verbände und Vereine entsprechende Angebote. Auch die niederländische Fußballgemeinschaft zeigt großes Interesse an Walking Football.
Immer häufiger kamen Rückmeldungen:
„Wann erscheint das Buch auf Niederländisch?“
„Können wir es auch in unserem Verein nutzen?“
„Gibt es eine Übersetzung?“
Aus einzelnen Nachfragen wurde irgendwann ein konkretes Projekt.
Die niederländische Ausgabe
Seit Tagen wird an der niederländischen Fassung gearbeitet.
Dabei ging es nicht darum, einen deutschen Text Wort für Wort zu übertragen.
Ziel war vielmehr, den Geist des Buches zu bewahren und gleichzeitig sprachlich in die niederländische Fußballkultur einzutauchen.
Aus Rolf Jōne wurde in der niederländischen Ausgabe Jone Rikke.
Aus vielen deutschen Begriffen wurden typisch niederländische Formulierungen.
Und aus „Walking Football Classic“ wurde ein Buch, das sich liest, als wäre es direkt zwischen Alkmaar, Amsterdam, Utrecht und Groningen entstanden.
Die Übersetzung orientiert sich dabei bewusst an der Sprache der niederländischen Amateurvereine – bodenständig, direkt und mit einer guten Portion Humor.
Erscheinungstermin: 1. Juli 2026
Am 1. Juli 2026 erscheint die niederländische Ausgabe von „Im Spiel bleiben“ im niederländischen Amazon-Shop mit dem Titel „In het spel blijven“.

Der Termin könnte kaum besser gewählt sein.
Während in Nordamerika die K.-o.-Phase der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 beginnt, rollt auch für das Buch der Ball über die Landesgrenzen hinweg.
Ein schöner Zufall.
Denn genau darum geht es im Kern:
Fußball verbindet.
Nicht nur Nationen.
Nicht nur Generationen.
Sondern auch Menschen, die sich sonst vermutlich nie begegnet wären.
Von Leipzig nach Limburg
Die Geschichte des Buches zeigt eindrucksvoll, wie sehr sich Walking Football in Europa entwickelt hat.
Eine Idee aus Leipzig trifft auf Interesse in Noord-Holland.
Ein deutscher Autor erhält Rückmeldungen aus Alkmaar.
Vereine berichten von ihren Erfahrungen.
Spieler tauschen Trainingsideen aus.
Und plötzlich entsteht ein Netzwerk, das weit größer ist als jedes einzelne Spielfeld.
Walking Football hat damit etwas geschafft, was vielen Sportarten nur schwer gelingt:
Es verbindet Gesundheitsförderung, Gemeinschaft und sportlichen Ehrgeiz gleichermaßen.
Ein Anfang, kein Ende
Die niederländische Ausgabe ist deshalb nicht der Schlusspunkt eines Projekts.
Sie ist vielmehr ein weiterer Anstoß.
Vielleicht folgen künftig weitere Übersetzungen.
Vielleicht entstehen neue Kooperationen.
Vielleicht lesen Menschen in den Niederlanden dieselben Geschichten und erkennen darin ihre eigenen Erfahrungen wieder.
Genau das wäre wohl der größte Erfolg.
Denn unabhängig davon, ob jemand „Walking Football“ oder „Wandelvoetbal“ sagt, bleibt die zentrale Botschaft dieselbe:
Es geht nicht darum, wie schnell du läufst.
Es geht darum, dass du im Spiel bleibst.
GEHZETTE WEEKENDER #15
Über die Grenzen lesbar – Wie „Im Spiel bleiben“ seinen Weg in die Niederlande fand.
