Wie ein polnisches Team in Bielefeld plötzlich alles veränderte
Im Oktober 2025 hatte Rolf Jōne bei einem Besuch der Icon League in der Quarterback Immobilien Arena bereits gespürt, wie nah moderne Hallenformate eigentlich am Futsal liegen.

Kleine Räume.
Kurze Pässe.
Spielintelligenz.
Rotationen.
Kontrolle statt Zufall.
Doch wie so oft verschwinden Gedanken zunächst wieder im Alltag.
Und so geriet auch die Idee, dass Walking Football vielleicht etwas vom Futsal lernen könnte, langsam wieder in den Hintergrund.
Bis zum Mai 2026.
Die Hartalm von Bielefeld
Beim Alm Cup 2026 in Bielefeld stand Rolf Jōne am Spielfeldrand und beobachtete das Team von ŁKS Łódź Walking Football.
Gespielt wurde auf einem 40 x 20 Meter großen Feld auf der Bielefelder Hartalm — übrigens längst kein Ascheplatz mehr, sondern seit Jahren moderner Kunstrasen.
Doch nicht die Anlage blieb in Erinnerung.
Sondern das Spiel.
Denn was die Polen dort zeigten, wirkte auf viele Zuschauer fast wie eine andere Sportart.
Kein hektisches Wegschlagen.
Keine Zufallsbälle.
Keine wilden Einzelaktionen.
Sondern: Kurzpassspiel in Perfektion.
Fußball-Ballett im Gehen
An der Seitenlinie dirigierte dabei ein Mann, dessen Name im internationalen Fußball bis heute Gewicht besitzt:
Marek Dziuba
53 Länderspiele für Polen.
WM-Dritter 1982 in Spanien.

Dziuba trainierte unter anderem den Łódzki KS und Widzew Łódź. Mit ŁKS Łódź gewann er 1998 die Polnische Meisterschaft und wurde mit Widzew Łódź 1999 Polnischer Vize-Meister.
Und nun Trainer eines Walking-Football-Teams.
Was Dziubas Mannschaft spielte, erinnerte Rolf Jōne weniger an klassischen Walking Football — sondern eher an eine Art: Walking Tiki-Taka oder für die Älteren unter uns Walking Voetbal totaal.
Der Ball lief flach.
Immer auf den Fuß.
Immer kontrolliert.
Immer mit Übersicht.
„So muss Walking Football gespielt werden“, dachte sich Rolf Jōne am Spielfeldrand.
Nicht Geschwindigkeit entschied das Spiel.
Sondern:
Rhythmus.
Raumgefühl.
Passwinkel.
Geduld.
Fast wie beim Futsal.
Oder vielleicht:
wie bei etwas Neuem.
Total Football im Schritttempo
Besonders faszinierend war die Konsequenz, mit der Łódź das Spiel kontrollierte.
Der Ball wurde nicht einfach Richtung Tor gespielt.
Er wurde hineingetragen.
Wie ein Schachspiel in Bewegung.
Die Mitspielenden bewegten sich permanent:
- kleine Freilaufbewegungen
- kurze Passdreiecke
- ständige Anspielstationen
- kaum unnötige Ballkontakte
Es wirkte fast wie:
„Total Football im Schritttempo.“
Und plötzlich war der alte Gedanke wieder da.
Vielleicht steckt im Walking Football viel mehr Futsal, als bisher angenommen wurde.
Der Facebook-Post aus Köln
Nur wenige Tage später tauchte dann auf Facebook ein Beitrag der Futsal Panthers Köln auf.
Die Botschaft war simpel:
Fußball und Futsal, aber mit reduzierter Geschwindigkeit?
Kein Problem! Mit Walking Football beziehungsweise Walking Futsal wollen wir bald einmal die Woche in einer zentralen Sporthalle in Köln die neue Trendsportart anbieten. Halte auch du dich mit uns fit!Interesse an der Neugründung?
Wir wollen ein Walking-Football-Team in Köln gründen – für jedes Alter, für Männer und Frauen! Sei auch du dabei!Noch gibt es kein Team oder festgelegte Hallenzeiten.
Homepage www.futsalpanthers.koeln
Bitte melde dich bei Interesse ganz einfach via: info@futsalpanthers.koeln
Für Rolf Jōne war sofort klar:
Das ist mehr als nur irgendein neues Freizeitangebot.
Denn hier dachte offenbar erstmals ein echter Futsal-Verein laut darüber nach, Walking Football mit der eigenen Hallen- und Spielkultur zu verbinden.
Die Verbindung zwischen:
- kontrolliertem Hallenspiel
- Technik
- Raumgefühl
- Walking Football
- Futsal
bekam plötzlich einen Namen:
WALKING FUTSAL.
Der erste Kontakt
Also begann das, was viele spannende Projekte im Sport auslöst:
eine einfache WhatsApp-Nachricht.
Die Telefonnummer des Ideengebers bei den Panthers Köln, Felipe Moroder-Bendyk, war schnell herausgesucht.
Ein paar Nachrichten hin und her.
Dann folgte das erste Telefonat.
30 Minuten.
Ideen.
Gedanken.
Visionen.
Und vor allem:
eine spürbare gemeinsame Sprache.
Die Chemie stimmte sofort.
Der erste Kontakt war gemacht.
Und vielleicht begann genau dort etwas, das deutlich größer werden könnte als nur eine neue Trainingsgruppe in Köln.
