KABINENANSPRACHE – „Revanche auf Schalke“

Jungs… hört mal kurz auf mit Schuhe binden und Tape wickeln.

Ich muss euch wat erzählen.

29. Mai 1982. Auf Schalke.
Parkstadion. Aufstieg. 70.000 Leute. Ausnahmezustand.

Ich? 15 Jahre jung. Stand direkt am rechten Pfosten vor der Nordkurve.
Neben mir: Norbert Nigbur. 34 Jahre alt. Torwart. Legende.

Abpfiff. Alles explodiert.

Und dann passiert’s:
Der rennt los. Richtung Bank. Richtung Tunnel. Richtung Geschichte.

Und ich?
Ich denk mir: „Komm, den holste dir!“

Tja…

Während der schon fast anne Auswechselbank war, hing ich noch irgendwo mitten im Platzsturm fest. Menschen überall. Fahnen. Schreie. Bier inne Luft.

Weg war er. Einfach weg.

Und ich hab ihn nie wieder eingeholt.

Und jetzt kommt der eigentliche Punkt, Jungs…

Über 40 Jahre später steh ich hier bei euch inne Kabine…
und denk mir:

Dat Ding is noch nich zu Ende.

Nur diesmal laufen wir nich.
Diesmal GEHEN wir.

Zurück nach Schalke.
Zum alten Parkstadion.
Gleicher Startpunkt. Gleicher Weg.

Ich.
Und Norbert.

Zwei alte Kerle… die’s nochmal wissen wollen.
Aber nich schneller.
Sondern bewusster.

Walking Football Style.
Ein Fuß immer am Boden.
Und diesmal verliert sich keiner mehr in der Menge.

Und wisst ihr wat das eigentlich bedeutet?

Dat geht gar nich um gewinnen.

Dat geht darum, nochmal hinzugehen,
wo dat Herz irgendwann mal hängen geblieben is.

Dat geht um Respekt.
Um Geschichte.
Um dieses Gefühl von damals… nur mit’n bisschen mehr Lebenserfahrung inne Knochen.

Also wenn ihr heute rausgeht…

Dann denkt nich daran, schneller zu sein.
Denkt daran, da zu sein.

Jeden Schritt. Jeden Pass. Jeden Moment.

Weil am Ende…

…geht’s nich darum, wer vorne ist.

Sondern darum, wer noch im Spiel bleibt.

So.
Und jetzt raus mit euch…

…und bitte: nich rennen, sonst krieg ich Ärger 😄👣⚽️

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