MEINUNG #3 – BMI mindestens 31

Wenn der Fußball plötzlich eine Gewichtsklasse hat

Der Fußball war lange ein einfacher Sport. Ein Ball, zwei Tore, ein paar Menschen – und schon konnte es losgehen. Man musste nicht besonders groß sein, nicht besonders schnell, nicht besonders reich. Man musste nur Lust haben zu spielen.

Nun hat sich irgendwo in Ostwestfalen eine neue Zugangsvoraussetzung eingeschlichen: BMI mindestens 31.

Das klingt zunächst ein wenig wie ein medizinischer Grenzwert aus einem Vorsorgeheft. Oder wie eine Gewichtsklasse im Boxen. Tatsächlich ist es aber eine Einladung zum Fußballspielen – und damit eigentlich etwas sehr Sympathisches.

Die Red Devils Dreyen suchen Mitspielerinnen und Mitspieler, die sich auf dem Platz zuhause fühlen – und gleichzeitig ein paar Kilo mehr mitbringen als der klassische Sportkatalog vorsieht. Man könnte sagen: Fußball für Menschen, die den Sport lieben, auch wenn der Körper inzwischen ein wenig mehr Geschichte erzählt.

In Zeiten, in denen Fitnessstudios mit Spiegeln, Apps und Körperfettmessungen arbeiten, hat diese Idee fast etwas Befreiendes. Hier geht es offenbar nicht darum, möglichst perfekt auszusehen, sondern trotz allem zu spielen.

Und vielleicht liegt darin sogar eine kleine Wahrheit über den Fußball:
Der Ball fragt nicht nach dem BMI.

Er fragt nur, ob jemand da ist, der ihn spielt.

Und manchmal ist genau das der schönste Einstieg in den Sport. ⚽

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