FLACHER PASS #16 // Fouls, Freundschaft & Fair Play

Große Turniere, kleine Formate für Walking Football Classic

Vierzehn Folgen. Vierzehn Wochen. Und noch immer führt jede neue Podcast-Ausgabe zu derselben Grundfrage: Was soll Walking Football eigentlich sein?

Ein Gesundheitssport? Eine soziale Bewegung? Eine Begegnungsplattform? Oder am Ende doch nur die langsamere Variante des Fußballs, den viele von uns bereits jahrzehntelang erlebt haben?

In der aktuellen Folge des GEHZETTE Podcasts „Dein flacher Pass ins Ohr“ diskutieren Steffan Wemken und Rolf Jōne Allerdissen genau diese Frage. Auslöser sind ihre Eindrücke vom Alm Cup in Bielefeld – einem hervorragend organisierten Turnier, das gleichzeitig die unterschiedlichen Entwicklungen innerhalb des Walking Football sichtbar machte.

Zwischen Fair Play und alter Fußball-DNA

Wer Walking Football als Gesundheitssport versteht, blickt mit anderen Augen auf das Spiel.

Nicht das Ergebnis steht im Mittelpunkt. Nicht die Tabelle. Nicht der Pokal.

Im Mittelpunkt stehen Menschen.

Genau deshalb sorgten einige Spielsituationen in Bielefeld für Gesprächsstoff. Wo Walking Football eigentlich Sicherheit, Respekt und Fair Play ermöglichen soll, waren vereinzelt Szenen zu beobachten, die eher an klassischen Altherrenfußball erinnerten.

Die Diskussion darüber ist wichtig.

Nicht um einzelne Personen an den Pranger zu stellen, sondern um die Frage zu beantworten, welche Kultur wir auf unseren Plätzen fördern wollen.

Denn Fouls entstehen selten zufällig. Sie entstehen häufig dort, wo die Haltung zum Spiel verloren geht.

Die Polen zeigen, wie es geht

Gleichzeitig bot das Turnier auch viele positive Beispiele.

Besonders beeindruckend war erneut das Team aus Łódź in Polen. Wer die Mannschaft beobachtete, sah genau das, was Walking Football Classic auszeichnen kann: Passsicherheit, Spielverständnis, Bewegung ohne Hektik und eine bemerkenswerte Fairness.

Es war kein langsamer Fußball.

Es war intelligenter Fußball.

Die Begegnungen mit den polnischen Gästen führten zugleich zu neuen internationalen Kontakten und unterstrichen einmal mehr, wie stark sich Walking Football inzwischen über Ländergrenzen hinweg entwickelt hat.

Freundschaft als eigentlicher Gewinn

Wer den Podcast hört, merkt schnell: Die spannendsten Geschichten entstehen oft nicht während der Spiele.

Sie entstehen danach.

Beim gemeinsamen Essen.

Beim Austausch.

In der berühmten dritten Halbzeit.

Walking Football lebt von diesen Begegnungen. Genau deshalb beschäftigen sich immer mehr Initiativen mit neuen Veranstaltungsformaten, bei denen das Miteinander wichtiger wird als die Anzahl der Spiele.

Große Turniere mit zwanzig oder mehr Mannschaften haben ihren Reiz. Gleichzeitig wächst die Erkenntnis, dass kleinere Formate oft intensivere Begegnungen ermöglichen.

Drei Teams.

Vier Teams.

Ein gemeinsames Wochenende.

Weniger Hektik. Mehr Austausch.

Mehr Zeit füreinander.

Die Idee des TRIAONDO

Aus diesen Überlegungen entstand im Podcast die Diskussion über neue internationale Begegnungsformate.

Ein Beispiel ist die Idee eines „TRIAONDO LEIPZIG“, bei dem drei Teams aus verschiedenen Ländern nicht nur gemeinsam Fußball spielen, sondern auch gemeinsam Zeit verbringen.

Kulturprogramm.

Stadtbesichtigung.

Gemeinsame Mahlzeiten.

Gespräche.

Walking Football wird dabei zum Türöffner.

Der Ball rollt – aber die eigentliche Begegnung findet daneben statt.

Walking Football braucht Sichtbarkeit

Ein weiterer Schwerpunkt der Podcast-Folge ist die Frage, wie Walking Football Classic stärker sichtbar werden kann.

Während in einigen Ländern bereits über Ligabetriebe und Wettbewerbsstrukturen diskutiert wird, sehen viele Aktive die Zukunft vor allem im Bereich Gesundheitssport, Prävention und gesellschaftlicher Teilhabe.

Die Herausforderung besteht darin, diesen Ansatz dauerhaft sichtbar zu machen.

Nicht als Gegenmodell.

Sondern als gleichberechtigten Weg.

Denn Walking Football kann beides sein:

Wettbewerb für diejenigen, die ihn suchen.

Und Gesundheitssport für diejenigen, die Bewegung, Gemeinschaft und Lebensqualität suchen.

Der eigentliche Sieg

Am Ende bleibt aus Folge #14 vor allem eine Erkenntnis:

Die Zukunft von Walking Football entscheidet sich nicht durch Tabellen.

Sie entscheidet sich durch Menschen.

Durch die Art, wie wir miteinander umgehen.

Durch die Frage, ob wir gewinnen wollen – oder gemeinsam im Spiel bleiben.

Und vielleicht ist genau das der größte Unterschied zum klassischen Fußball:

Nicht der Pokal macht den Tag besonders.

Sondern die Menschen, die ihn miteinander verbringen.

🎙 GEHZETTE Podcast #14
Fouls, Freundschaft & Fair Play – Große Turniere, kleine Formate für Walking Football Classic

Mit Steffan Wemken und Rolf Jōne Allerdissen.
Jetzt auf Spotify: Dein flacher Pass ins Ohr. ⚽👣

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