Der Pokal ist nicht das Problem. Die Haltung schon.

Wenn Walking Football zum Wettbewerb wird – und seine Seele verliert

Die Tabelle ist eindeutig.

Deutschland landet in allen Wettbewerben auf dem letzten Platz.

Man kann jetzt sagen: Wir müssen besser werden.

Man kann aber auch fragen: Was genau versuchen wir hier eigentlich zu gewinnen?

Das größere Problem steht nicht auf dem Platz

Während auf dem Feld gespielt wird, wird neben dem Feld definiert, was Walking Football überhaupt sein soll.

Und genau hier beginnt das Problem.

Wenn Funktionäre – auch aus Landesverbänden – gegenüber der Presse auftreten und Walking Football vor allem über Ergebnisse, Tabellen und „Leistungsniveau“ erklären, dann wird aus einer Gesundheitssportart langsam ein Wettbewerbssystem.

  • Und das ist nicht neutral.
  • Das ist eine Entscheidung.

Was die Tabelle wirklich zeigt

Die Ergebnisse sind nicht überraschend.

Sie zeigen:

  • Länder mit klarer Struktur sind voraus
  • Regeln werden dort konsequent umgesetzt
  • das Spiel wird verstanden – nicht nur gespielt

Aber sie zeigen auch etwas anderes: Deutschland ist noch in der Entwicklung und überspringt gerade eine wichtige Phase.

Die Gefahr

Wenn wir zu früh in den Wettbewerb gehen, passiert Folgendes:

  • Es spielen die „Besten“
  • Andere bleiben außen vor
  • Training orientiert sich am Gewinnen – nicht am Verstehen
  • Fairness wird zur Regel – nicht zur Haltung

Und genau da verliert Walking Football seinen Kern.

Ein unbequemer Spiegel

Die Tabelle ist kein Beweis für Schwäche. Sie ist ein Spiegel. Nicht für die Spieler. Sondern für das System dahinter.

Was wir vergessen haben

Walking Football wurde nicht erfunden, um Medaillen zu sammeln.

Sondern damit Menschen wieder spielen können, die längst aufgehört hatten.

Wie Steffan Wemcken sagt:

„Am Ende müssen alle mit einem Lächeln vom Platz gehen.“

Die eigentliche Frage

Wollen wir aufholen? Oder wollen wir verstehen? Denn beides gleichzeitig geht nur, wenn wir wissen, wo wir anfangen müssen.

 Der ruhige Blick

Vielleicht ist es gar nicht schlecht,

dass wir gerade Letzter sind.

Weil es uns zwingt, uns zu fragen:

Spielen wir das richtige Spiel?

Oder nur das gleiche wie alle anderen – nur schlechter?

Resümee

„Walking Football verliert nicht auf der Anzeigetafel. Sondern in dem Moment, in dem wir vergessen, warum wir überhaupt angefangen haben.“

2 Gedanken zu „Der Pokal ist nicht das Problem. Die Haltung schon.“

  1. Hallo,
    ich stimme dem o.a. Beitrag zu 100% zu.
    Walking Football soll als Gesundheitssport verstanden werden. Der Hype nach Punkten, Pokale usw. ist nicht das, was wir mit Walking Football verbinden. Wenn es aber immer mehr Veranstaltungen gibt, bei denen es nur um Siege und Punkte geht, dann haben die Veranwortlichen und Teilnehmer den Sinn von Walking Football nicht verstanden.
    Warum stehen wir so weit unten? Weil wir nicht konsequent die Regeln umsetzen, die Walking Football für viele so spielenswert machen.
    Es muss meiner Meinung nach mehr im DFB, in den Fußballverbänden und in der Geellschaft Reklame für die wahren Regeln und den gesundheitlichen Wert von Walking Football getan werden.
    Ich hoffe, das Walking Football mehr als das gesehen wird, was der eigentliche Gedanke dahinter steckt.
    Mit sportlichem Gruß
    Heinz Feind

  2. Genau das ist das Problem. Walking Football hat überhaupt nichts mit Pokale oder Punktspiele zutun. Spaß am Ball spielen und kein Wettbewerb.

Die Kommentare sind geschlossen.

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